„Ich bin echt sauer! Herzliche Grüße, Dein Rücken!“

Während ich an meinem Schreibtisch sitze und über den Büchern für mein Studium grüble, merke ich oft, dass der Rücken zwickt und die Schulter schmerzt. Das sind klassische Verspannungen, rede ich mir ein. Dass aber auch die Ernährung oder bestimmte Lebensmittel für die Rückengesundheit gut (oder schlecht) sein können, habe ich noch nicht wirklich in Betracht gezogen.

 

Hier kommt der ph-Wert ins Spiel. Wir Frauen kennen ihn von den vielversprechenden Kosmetikverpackungen. Was genau bedeutet dieser Wert denn überhaupt?

 

Der ph-Wert 1 signalisiert eine stark saure Flüssigkeit, der ph-Wert 14 eine sehr basische Flüssigkeit. Darum sprechen wir auch bei einer Seife mit dem ph-Wert 6,5 von „ph-neutral“.

 

Wie viel Säure in meinem Körper ist, entscheidet sich durch das, was ich esse. Wer viel Fleisch, Milchprodukte und Getreide isst, läuft Gefahr zu übersäuern. Je saurer nun der ph-Wert unseres Organismus ist, umso saurer sind auch unsere Muskeln und Organe. Aus dieser Übersäuerung können Erkrankungen wie Müdigkeit, Stressempfindlichkeit, Migräne und Herz-Kreislauf-Probleme entstehen, aber eben auch Rückenschmerzen – der Rücken ist regelrecht sauer! Das Bindegewebe speichert weniger Wasser und wird starrer. Muskeln und Sehnen spüren das sofort und das empfindet man dann als Rückenschmerz.

 

Ganz ohne Säure kommt der Körper aber auch nicht aus. Gesund ist ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt – aber wie kann ich das im Alltag umsetzen? Wie sollte mein Speiseplan aussehen, wenn mein Rücken, mein Körper sauer ist?

 

Zunächst einmal sollte man viel trinken! Mit Wasser füllt man die Flüssigkeitsspeicher im Körper auf und hält das Bindegewebe elastisch. Gleichzeitig kann man über die Nieren Säuren wieder ausscheiden. Das gilt besonders an Tagen, an denen ich Sport treibe oder in die Sauna gehe. Dann muss man dafür sorgen, das Gleichgewicht an Säure und Basen herzustellen – proteinreiche Lebensmittel und Getreide sind sehr säurehaltig, Obst und Gemüse sind eher basisch. Für ein optimales Gleichgewicht gilt die

Faustregel: 20% Säuren zu 80% Basen.

 

Beispiel für stark basische Lebensmittel:

Kartoffeln, Auberginen, Blumenkohl, Fenchel, Grünkohl, Karotten, Kohlrabi, Mangold, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Tomaten, Sellerie, Spinat, Zucchini, Kopfsalat, Haselnüsse, frische Kräuter, jede Form von Obst, Gemüsesäfte, Kräutertees, Wasser mit hohem Calciumgehalt

 

Beispiel für leicht basische Lebensmittel:

Brokkoli, Gurken, Porree, Oliven, Paprika, Pilze, Spargel, Zwiebeln, Kresse, Tofu, Soja, Buchweizen, Dickmilch, Buttermilch, Sesam, Honig, Kaffee, grüner Tee, pflanzliche Öle/Fette

 

Beispiel für leicht säurehaltige Lebensmittel:

Mais, Rhabarber, Stachelbeeren, Erbsen, Linsen, Rosenkohl, Frischkäse, Joghurt, Milch, Aal, Kabeljau, Lachs, Seelachs, Rotbarsch, Eiweiß, Bitterschokolade, Bier, schwarzer Tee und Getreide (Reis, Weißbrot, Weizenmehl, Gerste, Haferflocken)

 

Beispiel für stark säurehaltige Lebensmittel:

Gemüsekonserven, Pommes, Kroketten, Graupen, Butterkäse, Camembert, Quark, Parmesan, Schmelzkäse, Eigelb, alle Sorten Fleisch, Krabben, Muscheln, Sardinen, Erdnüsse, Kuchen, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke (vor allem Cola), gehärtete Fette

 

Neben einer gesunden Ernährung hilft gegen Rückenschmerz natürlich auch ein ausgewogenes Sportprogramm, eine gerade Rückenhaltung (auch am Schreibtisch im Büro), Wärme und regelmäßige Massagen.

 

Lieber Rücken, in Zukunft weiß ich Bescheid und kümmere mich um Dich. Bitte sei nicht mehr sauer!

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