Sie haben Post!

Ich weiß nicht, wie es bei Euch im Briefkasten aussieht. Bei

mir sind meistens Rechnungen drin, Werbung für alle möglichen Dienstleistungen und Waren und zwei Mal wöchentlich unsere lokale Stadtzeitung. Eigentlich ziemlich ernüchternd. Erinnert sich jemand an die Zeit, also noch echte handgeschriebene Briefe und Postkarten im Kasten lagen?

 

Letzte Woche hatte ich ein schönes Erlebnis. Es lag ein Briefumschlag im Kasten, der nicht nach Werbung und nicht nach Rechnung aussah! Es war die Einladung zu einem Workshop bei einer lieben Freundin im Salon. Sie führt in alten Fabrikgemäuern ein stylisches Frisörgeschäft. Für mich ist jeder Besuch dort ein kleines Lifestyle-Erlebnis und eine Auszeit vom Alltag zugleich.* Was die Einladung zu einem ihrer Events aber so besonders machte, waren die handgeschriebenen Zeilen unter dem Computerausdruck: „Sister, es gibt auch Prosecco! Freue mich auf Dich.“ (Anm. d. Red.: unsere Gruppe von Freundinnen nennt sich „Prosecco-Sisters“  J)

 

In dem Moment wurde mir klar, wie selten wir unseren Lieben etwas persönlich auf den Weg geben, einen Brief schreiben oder anrufen. Heute kommunizieren wir über WhatsApp, Facebook und Instagram und halten uns auf dem Laufenden. Die Texte enthalten kaum noch eine Rechtschreibung und sind oft nur klein geschrieben. Ich erwische mich selbst dabei und bin schon stolz, dass wir zumindest die Tradition aufrecht halten, aus unseren Urlauben handgeschriebene Postkarten an die Familie zu schicken.

 

Was auf der einen Seite ein Segen ist, ist gleichzeitig ein Hindernis. Wir sind schneller und besser vernetzt, können leichter Kontakt

halten und Freundschaften auch über Kilometer beleben. Berlin ist plötzlich nur ein Klick entfernt, der Blick auf die Entwicklung der Kinder meiner Freundin in Chicago ebenfalls. Mein Blog lebt von Facebook und Instagram und die Verbreitung von allerhand anderen News und Informationen – gute wie schlechte – ebenfalls. „Hast Du’s schon gelesen? Schau mal das Posting! Klick Dich mal rein

in…“ Wo sind denn die Fragen nach einem Stift und Zettel oder dem nächsten Briefmarkengeschäft geblieben? Ist ein geschriebener Gruß nicht auch eine Form von Wertschätzung unter lieben Freunden?

 

Ich nehme mir vor, das Gleichgewicht zwischen persönlicher Ansprache und digitaler Welt in Zukunft besser zu halten. Mal sehen wer der oder die Nächste ist, der sich über einen Anruf oder eine Postkarte von mir freuen wird…

 

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