Lass Dich überraschen

 

„Ich freue mich so auf den Urlaub!“

 

„Das glaube ich. Fahrt ihr weg?“

 

„Ja, wir fahren nach Polen.“

 

 

 

PAUSE

 

 

 

„Poooooooolen????“

 

So oder so ähnlich habe ich es mehrfach vor meinem Urlaub erlebt. Immer wieder dieselben Sprüche:

  • „Hoffentlich kommt Ihr mit Eurem Auto zurück“
  • Bringt meine Airbags wieder mit aus Polen“
  • „Werdet nicht geklaut“

Je mehr Sprüche auf uns einprasselten, umso gespannter wurden wir. Mallorca kann ja jeder!

  

Mitten in der Nacht kamen wir an der polnischen Ostseeküste an... das Land wollte uns also noch etwas auf die Folter spannen. Was in der kommenden Woche folgte, war in der Tat eine große Überraschung.

  

Pobierowo liegt in Westpommern, was ich bisher nur aus dem Maikäfer-Song kannte- Der Ort liegt direkt an der Küste, 100 km hinter Stettin auf dem Weg nach Danzig. „Ende Mai kann dort wettertechnisch alles passieren, aber in Polen ist das Wetter immer mindestens 4 Wochen hinterher. Sommerlich wird das bestimmt nicht“. Das war die Aussage unserer Freunde, Spätaussiedler aus Masuren, die uns nun endlich mal ihre Heimat zeigen wollten. Unser Gepäck hätte nach dieser Aussage auch für mindestens drei Wochen Urlaub ausgereicht... Daunenjacke, Regenjacke, Wanderschuhe und und und. Im Prinzip hätte für diese Woche allerdings Gepäck für eine Woche Mallorca vollkommen ausgereicht.

Uns erwartete nämlich eine Woche voller Sonnenschein, bei der wir die Küste zwischen Kolberg (PL) und Bansin (D) erkundeten. So eine prachtvolle Natur hatten wir nicht erwartet. Gut 30 m breite, weiße Sandstrände, auf der einen Seite die Ostsee, auf der anderen Seite herrlich duftende Mischwälder. Die Küstenstädtchen wie Rewal, Misdroy und Niechorze boten eine traumhafte Kulisse. Hier sieht man moderne Badeorte mit altem architektonischem Ostsee-Charme, hübschen Lokalen und vielfältigen Einkaufsangeboten. Fährt man mit der historischen Dampflok in die eine Richtung durch gelb leuchtende Rapsfelder, spaziert man anschließend kilometerweit am Sandstrand zurück. Beeindruckend ist auch die Fahrt mit dem Rad von Swinoujscie (Swinemünde), im Osten der Insel Usedom über die deutsch-polnische Grenze nach Ahlbeck, Heringsdorf und nach Bansin. In diesen Seebädern, in denen man sich oft wie in die "gute alte Zeit" zurückversetzt fühlt, kann man sich gut vorstellen, wie Künstler an diesen Orten kreativ sein konnten.

 

Was so einen Urlaub ja immer zusätzlich ausmacht, ist die persönliche Note. Reist man mit Menschen, die ähnlich gestrickt sind, kann man wenige Tage zu langen unvergesslichen Momenten wachsen lassen. Radtouren mit ausgedehntem Picknick und Ruhepausen an abgelegenen Seen, Strandaufenthalte mit Weinschorle und Käsehäppchen aus der Kühltasche, Lagerfeuer am Strand und Krakauer-Grillen an selbstgeschnitzen Holzspießen... einfach herrlich! Das Tüpfelchen auf dem „i“ waren unsere Lampions, die wir andächtig, am letzten Abend am Strand steigen ließen. Was wir uns gewünscht haben? Ein Geheimnis... oder eine Überraschung! Lasst Euch doch auch mal wieder überraschen :-)

 

Lieben Dank an Pe. und Ma. für diese wundervolle Auszeit!

Typisch polnisch sind nicht nur Pierogi und Gulasch... für warme Sommertage empfehle ich diesen köstlichen Radieschen-Hüttenkäse-Snack.

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