Is ja dufte!

Vertraute Düfte versetzen mich in einen Zustand von völligem Wohlbefinden. Es ist eine regelrechte Verliebtheit in bestimmte Düfte, die Erinnerungen hervorrufen oder Stimmungen auslösen.

 

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit fällt mir das immer besonders auf. Draußen ist es bitterkalt. Plötzlich riecht man das Aroma von Vanille und Zimt… da habe ich Bilder von einem knisternden Kamin und gemütlicher Weihnachtsatmosphäre mit der Familie vor Augen. Der Duft von Tanne bringt Erinnerungen an das traditionelle Christbaum-Schmücken hervor und steigt einem das Aroma von Glühwein in die Nase, lächelt man ob der lustigen Erinnerungen vom Weihnachtsmarktbesuch mit Freunden.

 

So geht es mir aber auch bei anderen Düften: Duftet es nach frischem Lavendel, bin ich Gedanken gleich ganz entspannt in Gedanken in der wilden Natur von Kroatien und stelle mir vor, wie ich weit über die alten Städtchen hinweg auf das glitzernde Meer schaue.

Ein guter Duft wischt Sorgen weg, schafft Wohlgefühl – so viel steht fest! Ich finde, dass unsere Nase damit eine ziemlich große Macht über unsere Gefühle besitzt. Wir nutzen unseren Geruchssinn bei der Auswahl unseres Lebenspartners, bei der Auswahl der Geschäfte, die wir bevorzugen, beim Einkaufen von Lebensmitteln oder Blumen… und oft sind wir uns dieser Macht gar nicht direkt bewusst. Was wir „dufte“ finden, spiegelt unsere Seele und Sehnsüchte wieder.

 

Ich habe ein bisschen recherchiert, warum das so ist. Unser Geruchssinn ist evolutionär gesehen der älteste Sinn – er ist direkt mit dem limbischen System verknüpft und darum direkt mit dem Zentrum für unsere Gefühle. Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir Partner auswählen, die wir „gut riechen können“. Treffen wir beim ersten Date auf eine Person, deren Duft uns nicht berührt, steht so gut wie fest, dass aus der Begegnung nichts weiter wird. Diese

Reaktion hat sich auch die Industrie zunutze gemacht, um unser Kaufverhalten zu manipulieren. In einem Supermarkt greifen mehr Menschen zu frischen Kräutern, wenn es z.B. gut nach Rosmarin oder Thymian duftet. Wird hier künstlich der Duft von Backwaren verströmt, leitet dies den Kunden garantiert weg von dem Regal und hin zur Brötchentheke. Auch die Boutique, die bis in die Fußgängerzone nach leichtem Parfum duftet, hat unter Garantie mehr Zulauf, als andere Geschäfte.

 

All das beweist, dass Düfte uns unbewusst lenken. Und was unbewusst funktioniert, kann man auch ganz gezielt einsetzen – z.B. in der Aromatherapie:

  • Eukalyptus - wirkt anregend, erfrischend und befreiend
  • Jasmin - wirkt stresslindernd, löst seelische Verkrampfungen und verbessert die Stimmungslage
  • Lavendel - wirkt ausgleichend und entspannend
  • Orange - wirkt erfrischend und belebend
  • Rose - lindert Kummer, harmonisiert
  • Basilikum - anregend, kräftigend
  • Rosmarin - beruhigend, kräftigend
  • Sandelholz - kräftigend, erdend, antidepressiv, euphorisierend
  • Vanille - fördert Kauflust, hebt die Stimmung

Lasst doch auch mal Eure Nase die Seele retten, wenn ihr jetzt im Winter verfroren aus dem kalten Grau heim kommt. Backt ein paar frische Muffins mit Vanille und lasst den Raum mit dem köstlichen Duft erfüllen, trinkt einen wärmenden Tee mit Orangenaroma oder legt Euch in die Badewanne mit Lavendelessenz. So wird der kälteste Winter im wahrsten Sinne des Wortes „dufte“!

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