29. August: „Tag für mehr Kräuter und weniger Salz“

Für mich klingt diese US-Erfindung zwar wie einer der kuriosesten Feiertage überhaupt, aber der Gedanke gefällt mir.

 

Es ist uns in die Wiege gelegt, dass wir Salz als schmackhaft empfinden. Darum neigen wir dazu, mit Salz „Geschmack“ an unsere Gerichte zu bekommen. Ich beobachte das oft in Restaurants oder Cafés: etliche Gäste probieren erst gar nicht das Essen, greifen aber direkt zum Salzstreuer... es ist eben einfach! Entscheidend bei der Gratwanderung zwischen gesund und ungesund ist bei Salz die Menge bzw. die richtige Dosierung.

 

Natriumchlorid, besser bekannt als Kochsalz, ist ein wichtiger Mineralstoff für unseren Körper. Eine gesunde Dosierung hilft dem also Organismus sogar. Ohne Kochsalz kann der menschliche Körper den nötigen Blut- und Gewebedruck und seine Zellfunktionen nicht aufrechterhalten. Außerdem wird Natrium aus Kochsalz von den Transportzellen von Niere, Darm und Leber benötigt, um wichtige Nähr- und Aufbaustoffe zu verarbeiten.

 

Wo ist also das Problem?

 

Die Deutsche Gesellschaft empfiehlt, dass Jugendliche und Erwachsene nicht mehr als sechs Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen sollten. Sechs Gramm - das klingt erst einmal nicht so viel. Warum warnen dann also so viele Mediziner und Ernährungswissenschaftler vor einem zu hohen Salzkonsum? Leider geraten durch die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln vermehrt versteckte Salze in unsere Lebensmittel. Diese dienen der Geschmacksverstärkung, Konservierung oder generellen Verarbeitung (z.B. Fisch, gepökelte Fleisch- und Wurstwaren).

 

Als Folge können diverse Krankheiten entstehen: Herz- und Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Schwächung der Knochenstabilität, Nierenleiden, aber auch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Arthritis. Wobei einzuschränken ist, dass Kochsalz immer nur eine mögliche Ursache von mehreren verkörpert.

 

Und genau an diesem Punkt setzt der "Kräuter-statt-Salz-Tag" an: fades Essen muss nicht unbedingt nur mit Salz, sondern kann auch mit der Vielzahl an zur Verfügung stehenden Kräutern – vielleicht sogar aus dem eigenen Garten – gewürzt werden.

 

Es gibt unzählige Gewürze und Kräuter, die zum Verfeinern zur Verfügung stehen und die gleichzeitig für die Gesundheit günstige Nebenwirkungen haben.

 

Wie wäre es also mit Basilikum, das die Nerven beruhigt und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kuriert. Oder Salbei zur Anregung der Hirnleistung und Konzentration? Rosmarin lindert Blähungen und Völlegefühl, Thymian wirkt antibakteriell und antibiotisch. Die Schwefelverbindungen in Schnittlauch senken sogar nachweislich Blutdruck und Blutzuckerwerte und Schnittlauch ist ein wahrer Vitalstofflieferant mit einem enorm hohen Anteil an Chlorophyll und Vitamin C.

 

Schnuppert Euch einfach mal durch den Kräuter- und Gewürzreigen Eurer lokalen Lebensmittelgeschäfte. Ich liebe es, mir den Duft in Verbindung mit einem leckeren Gericht vorzustellen! Wer einen Garten oder Balkon hat, dem kann ich nur empfehlen, ein paar Lieblingskräuter selbst anzupflanzen: Der Duft ist betörend, wenn man die Kräuter beschneidet und mit den Händen durch die Blätter fährt! Außerdem ist ein blühender Kräutergarten ein Paradies für unsere heimischen Insekten.

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