Weihnachten... und was ist mit Achtsamkeit?

Mein Ernährungscoaching mache ich aus Leidenschaft als Nebenjob. Ernährung, habe ich festgestellt, fängt aber nicht im Supermarkt oder auf dem Teller an, sondern im Kopf, genau wie Achtsamkeit mit sich selbst. Achtsamkeit ist eine Lebenseinstellung. Soviel steht fest. Es bedeutet, sich seine Handlungen bewusster zu machen, nicht einfach abzuspulen. Achtsamkeit entsteht im Hier und Jetzt. Achtsamkeit ist der Fokus auf den aktuellen Moment und effektives Mittel zur Stressbewältigung. Und hier kommt Weihnachten ins Spiel…

 

Kleiner Test: Hattet Ihr dieses Jahr schon Weihnachtsgebäck mit Rosinen? Wie haben die Rosinen geschmeckt? Die meisten werden antworten: süß – PUNKT. Das ist per se ja nicht falsch. Warum frage ich das? Einige von Euch mögen vielleicht nicht einmal Rosinen. Eine Übung, die ich während meines Studiums zum bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln kennengelernt habe, ist die Rosinenmethode. Man isst dabei eine Rosine mit allen fünf Sinnen. Wie sieht sie aus, wie fühlt sie sich an, wie riecht sie, wie hört sie sich an und wie genau schmeckt sie eigentlich? Bei der Rosinenmethode gilt es, die Rosine mit den Augen, den Fingern, der Nase und der Zunge zu untersuchen und auch das Gefühl beim Hinunterschlucken zu beobachten.

 

Angewandt auf Weihnachten geht das Gefühl für Achtsamkeit oft verloren. Wir kommen gerade in der Zeit vor den Feiertagen doch oft ins Schleudern. Dinge müssen erledigt werden, Geschenke in überfüllten Geschäften gekauft werden und mit Familie und Freunden wollen wir uns auch noch treffen. Schnell das Facebook Update hier, eine WhatsApp Nachricht da und den Berg an E-Mails vor dem Weihnachtsurlaub erledigen. Wir pendeln zwischen den Gedanken an „wie war das noch früher“, „was muss ich heute erledigen“ und „wie mach ich es im neuen Jahr anders“. Aber wann sind wir wirklich mal mit dem Fokus in der Gegenwart und genießen einfach mal den Moment?

 

Hier meine Tipps für mehr Achtsamkeit an Weihnachten:

  1. Schluss mit „Multi-Tasking“ – Rom ist schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden. Konzentriere Dich auf das Wesentliche, beende die eine Sache, bevor Du die nächste beginnst.
  2. Immer recht freundlich – schenke Dir und anderen regelmäßig ein Lächeln oder ein liebes Wort. Die Reaktion derer, denen Du aufgeschlossen begegnest ist ein großartiger Motivator für Dich selbst. Teste es, das Ergebnis macht Lust auf mehr.
  3. Zuhören – egal ob es das Telefonat mit Deiner Tante in Australien oder das tolle Weihnachtslied im Radio ist. Höre bewusst zu. Vielleicht ist die Geschichte von Deiner Tante nicht die spannendste, aber sie fühlt sich verstanden und das tut ihr sicherlich gut. Und Du hast Dich auf ein Thema bewusst konzentriert. Und das Lied im Radio? Wenn es Dir gefällt, trällre oder tanze mit. Ich hab’s ausprobiert… um 6 Uhr morgens. Meine Laune war von da an auf dem Höchstpunkt.
  4. Nimm Dir Zeit – für einen Weihnachtsfilm (wie wäre es mit „Ist das Leben nicht schön“ oder "Drei Männer im Schnee"?) bei einem guten Glas Wein, für eine heiße Wanne, einen ausgedehnten Spaziergang oder eine wohltuende Massage.
  5. Atme – Atmung entsteht unbewusst. Wer falsch atmet, setzt seinen Körper ständig Stress aus und gefährdet seine Herzgesundheit. Es gibt gute Techniken, durch die man Atmen lernen kann, wie beispielsweise die 4-6-8 Methode: atme 4 Sekunden lang durch die Nase ein, halte 6 Sekunden den Atem an und atme 8 Sekunden durch den Mund aus.
  6. Iss bewusst – das wünsche ich mir von Euch ganz besonders! Werdet Euch darüber bewusst, warum Lebensmittel „LEBENS-mittel“ heißen. Die richtigen Nahrungsmittel halten uns und unseren Organismus am Leben. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in reich gefüllte Geschäfte gehen können und aus einer riesigen Auswahl an Dingen schöpfen können. Wir sitzen an köstlich gedeckten Tischen und genießen herrlich duftende Gerichte. Bewusst und gesund essen heißt auch bewusst und gesund leben.

In diesem Sinne wünsche ich besinnliche, friedliche und erholsame Feiertage.

Ich freue mich auf Euch im neuen Jahr.

 

Wenn Ihr mehr über Stress erfahren möchtet, klickt Euch in meinen Artikel.

Infos zum Vortrag "Aus Stress mit Essen wird AUS mit Stress-Essen" im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es hier.

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