Zeit für einen "Mutausbruch"

Ist es eigentlich mutig, sich Neujahrsvorsätze zu fassen? Ist es mutiger, sie durchzuziehen oder sie stolz abzubrechen? Ich glaube 50% der Leser haben bei der ersten Aussage geschmunzelt, 50% bei der zweiten Aussage. Laut einer Umfrage von Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit, die jährlich durchgeführt wird, nehmen sich pro Jahr um die 40 Prozent vor, im kommenden Jahr etwas besser zu machen. In diesem Jahr, habe ich mir den Spaß gegönnt - ganz banal: nach der Völlerei an Weihnachten und dem ein oder anderen zusätzlichen Glas Wein sollte der Januar alkohol- und zuckerfrei werden. Also Verzicht auf mein gelegentliches Gläschen Wein oder Gin Tonic am Abend und raffinierten Zucker. In industriell herstellten Lebensmitteln und in Form von weißem Zucker gibt es diesen bei uns zu Hause ohnehin nicht, aber ich muss gestehen, dass ich manchmal mein Stückchen Schokolade brauche. Meistens ist es die mit mindestens 70% Kakaoanteil, aber manchmal - wenn auch selten - darf es ein Stückchen Milchschokolade sein (zum Foodie über Schokolade).

Nach Silvester war ich voller Power... ich hatte richtig Bock darauf, einen Monat das Ding durchzuziehen, auch wieder mehr zum Sport zu gehen. Wir haben uns ein paar tolle gesunde Rezepte vorgenommen, die wir schon ewig nicht gekocht hatten und kistenweise gutes Mineralwasser gekauft. Dann konnte der Januar kommen!

 

Heute ist der 01. Februar und hier ist mein Resumé:

 

Sport - hat super geklappt. Ich war jede Woche, egal wie stressig es war, mindestens 2 x im Fitness-Studio. Yoga und Kraft-/Ausdauertraining im Wechsel und mit jedem Mal machte es mir mehr Spaß. Ich hatte richtig Power und Motivation.

 

Alkohol - ich habe jeden Tag meine gewohnten 1,5 l Kräutertee im Büro getrunken und zu Hause gab es dann Mineralwasser. Ich bin leider kein Fruchtschorlen-Trinker, da ich die Säure aus Säften nicht gut vertrage. Aber das hat mir auch rein gar nichts ausgemacht. Ich habe mich sogar richtig auf mein Wasser gefreut. Nach der Sauna durfte es auch mal ein Glas alkoholfreies Weizenbier sein. Dazu habe ich dann auch ein paar Studien gelesen und festgestellt, dass ich mir damit sogar etwas Gutes getan habe: Alkoholfreies Bier stärkt das Immunsystem und kann Entzündungen hemmen. Das liegt an den enthaltenen Polyphenolen, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmackstoff vorkommen. Generell hat das super funktioniert, aber es gab schon nach den ersten zwei Wochen den ein oder anderen Abend, an dem ich mir mein Gläschen Schlummertrunk gewünscht hätte. Ich bin aber immer standhaft geblieben und habe tapfer Wasser getrunken.

 

Zucker - habe ich am wenigsten vermisst. Kein Heißhunger, keine Attacken, keine Kreislaufbeschwerden wegen fehlender Zuckerzufuhr. Auch der Blick in die Schublade, in der noch von Weihnachten ein paar Leckereien warteten, hat mir nichts ausgemacht. In Form von Fruchtzucker hatte ich morgens meine gut drei EL TK-Obst und das war vollkommen ausreichend.

 

Und heute ist Februar. Rückblickend muss ich sagen, ist es mir leicht gefallen, meinen Vorsatz einzuhalten und es hat mir wirklich gut getan. Ob ich mich mutig fühlte? NEIN, Vorsätze sind nur ein Weg zu mutigen Entscheidungen, denn jeden Tag entscheidest Du, ob Du weitermachst. Für mich hat es sich gelohnt. Auch wenn ich es nicht wollte, hat es ein paar Kilo auf der Waage gebracht, mein Stoffwechsel hat super funktioniert und auch meine Darmbakterien konnten sich mal richtig erholen. Ich fühle mich fit und motiviert für einen weiteren Monat im Laufe des Jahres. Aber bis dahin, genieße ich jetzt einfach in Maßen wieder... mein Mann hat mir gerade ein Glas Weißwein eingeschenkt und es schmeckt mir super.

 

Traut Euch auch mal und berichtet mir von Euren Erfolgen!

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